Zwei Monate sind seit dem Erscheinen unseres letzten Mitteilungsblattes vergangen und unser Lebensumfeld hat sich in keiner Weise verbessert - im Gegenteil: Zu dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ist nun auch der Krieg im Nahen Osten gekommen. Wieder einmal zeichnet sich eine Energiekrise ab. Wenn wir es auch nicht wirklich wahr haben wollen, dies alles wirkt sich schon auf unser tägliches Leben aus und drückt auch auf unser Gemüt. Was uns bleibt ist die Hoffnung, dass es in dieser Weltlage bald eine nachhaltige Wende in bessere Zeiten gibt. Die Kraft und Stärke zu dieser Hoffnung müssen wir uns aber aus kleinen und schönen Dingen und Erlebnissen in unserem Alltag - aber auch aus Erinnerungen - holen. Solche Erinnerungen könnten wir auch im Zusammenhang mit unserem Verein aufgrund seines 75-jährigen Bestehens wachrufen, einfach näher zusammenrücken und so Zuversicht für die kommenden Monate schöpfen.
Nach diesen doch etwas bedrückenden Zeilen nun aber auch Erfreuliches: Wir haben wieder ein neues Mitglied, nämlich Frau Ella Hein. Du bist uns ja nicht unbekannt, hast Du doch schon in unserer Theatergruppe manchmal mitgewirkt. Als Vereinsmitglied heißen wir Dich herzlich willkommen und mögest Du Dich in unserer Gemeinschaft wohl fühlen!
Teil 1 - Der Verein
Nachdem sich eine Gruppe von Menschen mit gleichen Interessen unter dem späteren Tiroler Gründungsobmann Sepp Aschenwald zusammengefunden hatte, wurde am 17.Juli 1951 ein Verein mit dem Namen „Geselligkeitsverein Berghoamat“ angemeldet. Am 15. August desselben Jahres fand die erste Generalversammlung des Vereines mit 21 Mitgliedern statt. Das Vereinsabzeichen wurde nach einer Idee von Friedrich Vogel entworfen und angefertigt. Fast dreißig Jahre später wurde in einer außerordentlichen Generalversammlung am 10. September 1980 der Vereinsname auf „Trachtenverein Berghoamat“ geändert.
Sinn und Zweck dieses Vereines damals und heute? Pflege des Brauchtums und der Trachten durch Teilnahme an Trachtenumzügen und Trachtenbällen, Pflege von Volkstänzen und Durchführung von Volkstanzveranstaltungen, Veranstaltung von Versammlungen und Vorträgen, Pflege der Theaterkultur durch Aufführung von Theatervorstellungen, Unterstützung bedürftiger Mitglieder. Diesen Zielen fühlten sich die Obmänner Sepp Aschenwald (1951 - 1984), Herbert Frycak (1984 – 1985), Walter Kropik (1986 – 2008) ebenso stets verpflichtet wie unser derzeitiger Obmann Walter Wiedrich.
Der Trachtenverein Berghoamat ist ein relativ kleiner Verein, der sich selbst erhalten muss (Obmann Walter Wiedrich sagt gerne: „klein aber fein“) und bekommt keinerlei Unterstützungen außer über Ansuchen und Vorlage des Spielplanes der Theatergruppe einmal jährlich eine Subvention seitens BASIS.KULTUR.WIEN, die aber nicht einmal die Miete des Theatersaales für eine Produktion abdeckt. Umso mehr kann der Verein auf seine Leistungen stolz sein. Es gilt das Geschaffene zu erhalten und vielleicht neue Ideen zu verwirklichen – gerade jetzt in dieser für alle Lebensbereiche schwierigen Zeit. Hier sind wir aber bei einem Problem, an dem heute viele Institutionen leiden. Es bedarf der Jugend und es ist unsere Aufgabe, dieser zu vermitteln, dass es ein positives Erlebnis sein kann, sich ein gemeinsames Ziel zu setzen und dieses auch gemeinsam zu realisieren, z.B. eine Tanzvorführung, eine Theateraufführung oder eine karitative Aufgabe. Wir benötigen aber überhaupt Menschen, die bereit sind, für eine Gemeinschaft etwas kostenlos zu tun, damit man selbst, aber auch der/die andere in dieser Gemeinschaft Geborgenheit, Freude und Verständnis finden kann. So hoffen wir, dass sich immer wieder Menschen für die Aufgaben unseres Vereines interessieren.
Dreißig lange Jahre sollte es dauern bis unser Verein ein eigenes Vereinslokal bekam. Nach langjährigem Herumziehen durch viele Lokale Wiens und unermüdlicher Suche nach einem geeigneten Vereinslokal, gelang es letztendlich einen Kohlenkeller zu finden. Kaum waren die ersten Zahlungen (Ablöse, Kaution, Miete) getätigt, fand sich auch schon ein Heer von freiwilligen Helfern und Helferinnen. Sie schufen durch unermüdliche Arbeit (gezählte 2.700 Stunden) ein Heim, wie wir es heute noch vorfinden. Wochenlange Maurerarbeiten, Gas-, Wasser-, Heizungs- und Elektroinstallationen, neuer Fußboden, WC, Tapeten, Fliesen, Möbel und Vorhänge, sowie ungezählte Kleinarbeiten wurden von unseren fleißigen „Arbeitern und Arbeiterinnen“ mit viel Begeisterung geleistet. Nach dem immensen Arbeitseinsatz und den regen Spenden an Material und Geld von unseren Mitgliedern konnte am 21. November 1981 die feierliche Einweihung unseres Vereinslokales erfolgen. Inzwischen ist dieses zu einer nicht mehr wegzudenkenden Einrichtung geworden – können doch hier unsere Zusammenkünfte, Sitzungen und Feiern stattfinden. Aber nicht nur das, ganz wichtig ist es, dass sowohl die Tanzgruppe als auch die Theatergruppe ihre laufenden Proben in dieser Räumlichkeit abhalten können. Regelmäßige Pflege und Instandhaltung lag bzw. liegt nun schon seit Jahren in den Händen unserer Mitglieder Anna Nell, Harald Painschab und neuerdings auch einiger Mitglieder der Tanzgruppe, wofür wir auch hiermit „danke“ sagen. Erwähnt sei aber auch, dass wir in der zwar kleinen, aber gut ausgestatteten Küche, ein Ehepaar mit vorzüglichen Kochkünsten haben, die uns immer wieder verwöhnen, nämlich Hilde und Herbert Haupt – vielen Dank für euren Einsatz.
(Fortsetzung folgt!)
Unsere Theatergruppe führte im März 2026 die Komödie “RESET – Alles auf Anfang” von Roman Frankl & Michael Niavarani auf. Christian Preiszler führte nicht nur Regie, sondern stand auch selbst neben den Darstellern Alexander Wiedrich, Isabella Wiedrich, Daniela Schiller, Sebastian Preiszler, Florian Podingbauer und Simon Preiszler auf der Bühne. Von dort schossen sie ein Feuerwerk von witzigen Szenen - gespickt wiederum mit überraschenden Wendungen - in den Zuschauerraum. Vom ersten bis zum dritten Akt prägte der typische Niavarani - Humor die Handlung, bis sich diese gegen Schluss zu einem richtigen Tohuwabohu steigerte. Bemerkenswert wieder einmal Isabella Wiedrich: Wenn sie auftritt, beherrscht sie mit Ausdruck und Sprache das Geschehen. Dem Publikum hat es gefallen, es hat mit Lachsalven und viel Zwischen- und Schlussapplaus reagiert.
Von der Tanzgruppe ist zu berichten, dass diese zur Erhaltung des erreichten Niveaus und zur Erweiterung des Repertoires an Tänzen intensiv probt bzw. probte - auch wieder durch ein Tanzseminar in St. Georgen am Walde.
Der traditionelle Jahresausflug findet heuer nicht statt, an Stelle dessen wird aber am 15. August 2026 das 75-jährige Bestehen des Trachtenvereines Berghoamat in Form einer Vereinsfeier begangen. Einladungen wurden bereits an die Mitglieder gesandt bzw. übergeben.
Traditionsgemäß gratulieren wir an dieser Stelle jenen Vereinsmitgliedern, deren Geburtstag in die Monate Mai/Juni/Juli/August fällt. Besonders hervorheben möchten wir folgende Geburtstagskinder, die in diesem Zeitraum einen runden Geburtstag begehen dürfen:
Ihren 80.Geburtstag feiern in Bälde:
Am 20. Mai Herr Rudolf Tresky. Er ist bei uns seit 2008 Mitglied und gehört jenem Team an, das
unserer Theaterleiterin Christa Wiedrich punkto Technik zur Seite steht. Rudolf wurde so zu einer wertvollen und unverzichtbaren Stütze für sie bei Möbeltransporten, Bühnenauf- und Bühnenabbau.
Auch als treuer Zuseher bei unseren Theateraufführungen ist auf ihn Verlass. Lieber Rudi, an dieser Stelle vielen herzlichen Dank, alles Gute für die nächsten Jahre und bleib uns
treu!
Am 21. Mai Frau Ilse Weinberger. Sie ist 2005 unserer Gemeinschaft beigetreten und bekundet durch ihren regelmäßigen Besuch unserer Theateraufführungen und sonstigen Veranstaltungen ihr Interesse an unserem Vereinsleben. Sie gehörte auch einige Zeit unserem Vorstand an und fungierte dabei als erste Schriftführerin. Aber auch in unserer Theatergruppe hat sie immer wieder mitgewirkt, so erinnern wir uns z. B. gerne an ihre Darstellung der Opernsängerin Diana in "Othello darf nicht platzen", ihre schrullige Miss Skillon in "Lauf doch nicht immer weg" oder an ihre Rolle als Ulrike, Schwester von Ladislaus Robitschek, in „Pension Schöller“. Liebe Ilse, behalte auch weiterhin Humor und Vitalität und alles Gute für die nächsten Jahre!
Am 28. Juni Frau Elisabeth Landsmann. Sie ist bereits 1983 unserem Verein beigetreten und wirkte viele Jahre sowohl in der Tanz- als auch in der Trachtengruppe mit. Sie ist Trägerin unseres silbernen Ehrenzeichens. Jahrelang war sie eine unverzichtbare Stütze in unserer Gemeinschaft, indem sie in unserem Sekretariat, aber auch im Theaterbuffet tätig war. Eines muss man ganz deutlich festhalten: Wann immer sie gebraucht wurde, war sie da – sogar für eine stumme Rolle im Theater! Für Deinen Einsatz sagen wir einfach „danke“. Liebe Elisabeth, bleib uns treu und besuche auch weiterhin unsere Veranstaltungen und Zusammenkünfte. Für die nächsten Jahre aber Zufriedenheit und Gesundheit!
Abschließend wünschen wir allen einen erholsamen Sommer, unseren kranken Mitgliedern und Freunden aber senden wir aufrichtige Genesungswünsche!
Mit lieben Grüßen an alle,
die Vereinsleitung